Coronavirus und Homeschooling: Es läuft wirklich nicht gut!

Coronavirus und Homeschooling: Es läuft wirklich nicht gut!

Zu Beginn des Coronavirus-Homeschoolings habe ich einen Lehrplan erstellt und Online-Lernmaterialien recherchiert. Wie blauäugig bin ich gewesen! Es gibt Gründe, weshalb Kinder nicht von ihren Eltern unterrichtet werden. Wichtige Gründe. Neben den leeren Druckerpatronen und überfüllten Servern. Herzlich Willkommen in der Coronakrise-Jammerzone, es ist genug Platz für alle da!

Zu Hause streiten und lernen

„Es läuft wirklich gar nicht gut. Meine Mutter ist verwirrt. Wir haben eine Pause machen müssen, damit sie den Stoff erst mal selbst versteht.“ (Bild: Focus.de) Ben ist acht Jahre und trifft auf den Punkt, was viele Kinder denken: Coronavirus-Homeschooling bedeutet Stress! Meine Tochter zählt elf Jahre, sie geht einen Schritt weiter: „Nein Mama, das Wort „malvoll“ gibt es. Schau auf Google.“ Seit der zweiten Quarantänewoche will das Mädchen meine persönlichen Wissenslücken entlarven.

Weil ich ihr nicht erklären kann, wie man zwei unechte Brüche miteinander dividiert, ist der Vater jetzt der Held. Ich bin vom Homeschooling-Pferd gefallen. Die Mama von Ben wird sich ähnlich fühlen. Doch es gibt schlimmere Vorfälle, wie eine Leidensgenossin auf Twitter berichtet: „Ich habe mit meiner Tochter heute ein Plakat über die Eiche gemacht. Mein Rat an euch – googelt niemals “Aussehen einer Eichel“ mit eurem Kind!“

Distance Learning: So funktioniert es 

Meine dunkle Quarantänseele besitzt keine Geduld mehr. Ich spule immer die gleichen Aufforderungen ab: „Denk an die Aufgaben!“ Als Mama bin ich die Sekretärin. Wir Eltern koordinieren die Schulaufgaben, verschicken unzählige Fotos/Scans. Und suchen zusätzliche Übungen heraus. Glücklicherweise kuratiert meine Tochter ihre Bildungsinhalte streng: „Kommen die Aufgaben von dir oder dem Herr Winkler?“ Das verkürzt meine Sekretariatszeiten. Außerdem habe ich den Excel-Wochenplan geändert in: „Bitte lerne wenigstens zwei Stunden am Tag für die Schule.“

Elterntipp: Schummeln erlaubt

Eine gewisse Laissez-Faire-Einstellung ist notwendig, damit ich ein paar Homeschooling-Nerven behalte. Denn ich brülle sonst so laut, dass alle Kinder der Nachbarschaft stramm stehen und ihre verdammten Schulübungen augenblicklich erledigen. Weiters habe ich akzeptiert, dass meine Tochter mich als Quelle des Wissens verschmäht. Wenn sie lieber das Internet fragt – das kommt in anderen Familien auch vor.

  • Kind: “Wie schreibt man Frühblüher?”
  • Ich: “F-R-Ü…”
  • Kind: “Papa, ich habe Google gefragt!”
  • Ich: “Homeschooling läuft.”
  • (Quelle: Twitterperlen)

Homeschooling und Chancengleichheit

Wichtig ist, dass wir zu Hause bleiben und uns sicher durch die Coronavirus-Zeiten navigieren. Draußen, da wartet die (digitale) Bildungskluft, deren Kanten durch das Virus schärfer schmerzen. Auch wenn man brav Spenden für Laptops sammelt oder Schulbücher online stellt. Außerhalb unserer Wohnung sehe ich AlleinerzieherInnen mit Vollzeitjobs und Haushalt, UnternehmerInnen voller Angst, wie es weiter geht.

Vielleicht ist Homeschooling doch nicht schlimm.

Und bei euch so? Wie lief das Homeschooling?

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