Die spinnen, diese Fidget Spinner!

Kids sind verrückt nach dem Fidget Spinner. Das Geschicklichkeitsspiel ist nicht nur cool, sondern soll auch Stress abbauen. Aber als Mama frage ich mich: Wie und warum ist dieser Hype dermaßen wichtig für mein Volksschulkind geworden?

Hier meine ganz persönliche (Fidget-) Spinnereien und die wichtigsten Fakten für Eltern zu dem Trend. Plus: Youtube-Playlist – 25 Videos Fidget Spinner Tricks!

 

 

 


Alle aus meiner Klasse haben einen Spinner!


 

Ich hörte das Wort „Spinner“ zum ersten Mal letzten Mittwoch. Aus dem Mund meiner Tochter, welche tratschend mit zwei Mädels vor mir lief. „Ja ich mag die Leuchtenden, das sind die Besten!“ Sie drehte sich zu mir um: „Mama, ich will auch so einen! Alle aus meiner Klasse haben einen Spinner!“

So sehr sich die Kleine bemühte mir an diesem Abend zu erklären, was genau dieses ultimativ beste Ding der Welt alles konnte und weshalb sie es brauchte: Von einem Fidget Spinner hatte ich bis dato noch nichts mitbekommen!

Ein Spielzeug, das angeblich wie eine Kreuzung aus Propeller und Ninja-Wurfstern mit Blingbling aussah? Auch die Beschreibung „mit dem ich Tricks lernen und mich entspannen kann“, ließ bei nur Fragen in meinem Kopf entstehen.

 

 

Erst als ich ein paar Tage später solch einen Handkreisel in voller Lebensgröße (ungefähr eine Kinderhand) anfassen durfte, rückte sich meine Vorstellungen zurecht: Der Fidget Spinner war ein Fingerspiel! Eine Drehscheibe, die möglichst lange balanciert werden sollte, während sie rotierte.

 

 


Fakten für Eltern zum Fidget Spinner


 

  • Fidget bedeutet so viel wie Unruhe, fummeln, nervös herumzappeln
  • Für gewöhnlich zwirbelt ein Spinner 10 – 20 Sekunden, mit Übung oder bestimmten Modellen gelingen mehrere Minuten
  • Der Fidget Spinner ist zwischen 3 und 30 Euro erhältlich -in Spielwarengeschäften oder Online-Shops
  • Es gibt Fidget Spinner, die beim Drehen leuchten, die Farbe wechseln oder blinken
  • Die Konzentration auf den Fidget Spinner soll vor Angst oder Stress ablenken, bzw. als Therapie bei ADHS oder Autismus helfen und wurde auch zu diesem Zweck erfunden; die therapeutische Wirkung ist (noch) nicht wissenschaftlich bewiesen
  • Die Erfinderin Catherine Hettinger (Florida, USA) meldetet das Patent bereits 1997 an, gab es aber 2005 auf, da sie das Geld zur Verlängerung nicht zur Verfügung hatte (400 US Dollar), sie verdient bis heute kein Geld am Fidget Spinner
  • In vielen amerikanischen und deutschen Klassenzimmern ist der Fidget Spinner verboten, da er zu sehr vom Unterricht ablenkt
  • Es gab bereits erste Unfallmeldungen, da Kinder im Straßenverkehr nur auf den Fidget Spinner konzentriert waren
  • Die teilweise recht massiven Modelle machen beim Herunterfallen Lärm und können Dellen hinterlassen

 

 

 


Der Fidget Spinner in Wiener Schulen


 

„Wir können dem Josipp einen Euro fünfzig mitgeben, dann besorgt er uns welche, sein Vater verkauft sie“, erörterte mir meine Zweitklässlerin ihre Klassenzimmer-Spinnereien und streckte die Hand nach Geld aus. „Sogar Sabine hat jetzt einen.“ Sabine war die Nachmittagsbetreuerin. Die Kleine schnaubte, um diese schwerwiegende Argument zu unterstreichen.

Auf diese Weise hatte sich der Kreisel also über Nacht zum coolsten Spielzeug in der Schule meiner Tochter empor rotiert: Wichtige Multiplikatoren und Meinungsbildner wie Jossip und Sabine besaßen einen Fidget Spinner und machten ihn dadurch den anderen schmackhaft. Ja, sie boten sogar einfachen und schnellen Zugang zum neuen Gadget an.

Kein Wunder, dass dieses Gespinne ein Selbstläufer geworden war und nahezu unbemerkt von den USA über Deutschland, bis in die Wiener Schulen gelangen konnte.

Auf der einen Seite bei den Jüngsten ganz ohne Facebook-Likes und Instagram-Hashtags. Sondern durch Mundpropaganda, Peergroup-Leader und dem guten alten Gruppenzwang. Denn das Fidget-Gespinste hatte den Nerv der Zeit getroffen.

 

 

Auf der anderen Seite verwandelten sich Offline-Kunststücke in Youtube-Videos und umgekehrt. Am Smartphone geisterten Bilder von den angesagtesten Modellen durch die Pausenhof-Runden, einschlägige Magazine wurden in Frozen-Schultaschen in die Schule geschmuggelt. Die Geburt eines (Social-) Media-Stars, unaufhaltsam!

Ich musste mich dem Fidget Spinner geschlagen geben. Denn er war online, offline, überall!

Und daher habe meiner Tochter einen gekauft.

Seit dem rumst es regelmäßig im Kinderzimmer weil er beim Üben runterfällt. Der Handkreisel nervt mich. Weil ich immer hinschauen muss, wenn die Kleine einen neuen Trick kann. Und sie findet, das passiert im Sekundentakt.

Aber was soll’s. Dann ist der Fidget Spinner meiner Meinung nach halt komisch. Sind wir das nicht alle auch einmal gewesen? Mit Makarena, Stickersammeln und diese Plastikschnullern. Und Trolle, die Jojos, die Diddl-Sachen. Und dem Slime-Revival. Und vor ein paar Jahren Gangam Style. Und war da nicht letzten Sommer irgendwas mit Pokemon Go…..?

 

Hat dein Sohn/ deine Tochter auch einen Fidget Spinner? Was sagst du zu dem ganzen Hype um den Drehkreisel? 

 

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Klicke auf das Bild und du gelangst zur Playlist. Have Fun!

 

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