Ebooks und Kinderbuchapps in der Familie: Go with the flow!

Brauchen Kinder lineare Geschichten oder interaktive Apps, um beim Lesen gefördert zu werden?

Tut es den Kleinen gut, sich bereits im Volksschulalter ein digitales Leseverhalten anzueignen: schneller und selektiver als bei gedruckten Werken?

Oder macht es Sinn, mit den Jüngsten am Screen zu schmökern, weil das Printexemplar gar keine Zukunft mehr hat?

Die Suche nach Antworten brachte mich zu Verleger, Heinz Rochholl, der Medienpädagogin Barbara Buchegger und einer simplen Tatsache: Go with the flow!

 

 

 


Tablets unterwegs, Bücher zum Kuscheln!


 

Gut, nichts Neues mehr: der Anteil der Ebooks am Büchermarkt steigt stetig. 2015 wurden in Deutschland 7 Millionen Ebooks verkauft, 2020 sollen es über 9 Millionen sein, prognostiziert die “Digital Market Outlook Studie” von “Statista”. In Österreich sieht es ähnlich aus.

 

Wie Eltern und Kinder lesen: Genreabhängig?

 

Science Fiction und erotische Lektüre zählen die Meisten Downloads, digitale Ausgaben von Magazinen fristen (noch) ein Nischendasein. Auch Kinderbücher werden ganz klar häufig gedruckt gekauft.

Kinderbücher sind als Printausgabe immer noch am Beliebtesten“, meint Heinz Rochholl, vom Telegenos-Verlag. Das bestätigt auch die JIM-Studie 2015: nur 5% der befragten Kinder bevorzugten die digitale Variante.

„Ich kann mir daher nicht vorstellen, dass man in absehbarer Zeit ausschließlich Ebooks publiziert.“

Was jedoch auffällt, ist das große Wachstum und Interesse an Kinderbuchapps, obwohl viele Eltern diesen gegenüber noch zurückhaltend sind: Apps ergänzen zu Hause, werden parallel erstanden, lösen aber auch hier das Buch nicht ab, belegt die Vorlesestudie von „Stiftung Lesen“.

 

Das denken Eltern über Kinderbuchapps:

Bei der Gutenachtgeschichte greifen Eltern daher immer noch am Liebsten zum Buch, während man unterwegs schon mal das Tablet oder Smartphone für die Kinder herausholt.

 

 


Lesen in ungewöhnlichen Situationen: Das digitale Potential nutzen


 

In der Mobiliät liegen auch die Stärken von App und Ebook: Im Wartezimmer schnell vom Smartphone vorzulesen geht einfach – Mama hat es ja ständig dabei. Ein Buch hingegen kann man in der Hektik daheim vergessen bzw. benötigt Platz.

 

Gewohnheiten prägen

 

„Natürlich spielt es eine Rolle, wie im familiären Umfeld gelesen wird, hier sind wir wieder bei der Vorbildfunktion der Eltern. Aber Internet und Smartphone rangieren auf Platz 1 und 2, was die Mediennutzung der Kinder anbelangt, warum also nicht digitale Medien als Zugang sehen und darauf eingehen?“

Medienpädagogin Barbara Buchegger findet, dass Eltern die Frage nach den digitalen Lesegewohnheiten gelassen betrachten und das Kind individuell unterstützen sollen.

 

 

Lesepräferenzen im Alltag als Zugang zur Literatur

 

Das leuchtet ein: Lesemuffel können mit einer interaktiven Geschichte am Smartphone mehr anfangen, als mit einem linearen Text. Das haben bereits viele Schulen und Pädagogen erkannt und lassen Schüler am Bildschirm schmökern.

Da die Kinder nach dem Unterricht Smartphone und PC so oft benutzen, versucht sogar eine EU-Initiative den digitalen Gap zwischen Schule und Freizeit auszugleichen und bietet sogenannte „Broadstories“ (animierte Bilderbücher) für Eltern und Lehrer an. Die Diskrepanz zwischen einer Vernachlässigung der digitalen Medien im schulischen und ihrer Bedeutsamkeit im häuslichen Umfeld beheben!

 

 

Es heißt also mehr oder minder: Egal wie man liest, Hauptsache die Kinder tun es, irrelevant ob mit Kindle, Smartphone oder Buch, go with the flow?

Irgendwie bin ich mit diesem Konsens noch nicht ganz zufrieden, denke aber an meinen höchstpersönlichen Lese-Habitus, wie sich dieser in den letzten Jahren verändert hat und schweige.

Verfluchte Vorbildfunktion! Deppartes Netflix! Auf meinem Wohnzimmersessel stapeln sich sieben „To-Do-Bücher“, ich besitze keinen Ebook-Reader und in schlechten Zeiten beschränkt sich mein täglicher Lesekonsum auf den Zeitungsstapel im Toilettenregal.

Ich glaube, ich lade mir jetzt auch mal was aufs Handy!

Muss ja nicht immer die Twitter- oder Facebook-Timeline sein….

 

 


Kinderbuch-Tipp


 

Herzlichen Dank an Heinz Rochhol vom Telegonos-Verlag für das Interview!

Wir kamen über das Kinderbuch von Johannes Schütte „Tanja Sternenlicht“ in Kontakt, welches am 22.08.2016 beim Telegenos Verlag erschienen ist. Hier gibt es einen kleinen Trailer für dich:

 

 

Die 12 jährige Tanja Sternenlicht lebt auf dem Planeten Sternenkind. Als sie erfährt, dass ihre Eltern in geheimer Mission zur Erde reisen, möchte sie auch zur Erde fliegen. Mit ihrer Mondkugel macht sie sich auf den Weg und erforscht unterwegs die Planeten unseres Sonnensystems. Sie kämpft gegen den grünen Nebel, der auf ROBIMAX Kinder bedroht und muss manch andere Gefahren meistern.

„Die Reise zur Erde“ ist das erste Buch einer Serie für Kinder, in der die Astronomie eine große Rolle spielt, aber auch entsprechende Action zur Geltung kommt.

 

STORYTELLING-01Alle Informationen zum Buch findest du unter: http://www.telegonos.de/

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