„Familien Medien Gipfel 2020“: Mindsets ändern!

Auf dem „Familien Medien Gipfel 2020“ am 10. März (WKO) definieren die Familienministerin und der Präsident des Familienbundes ein Ziel: „Kinder gut begleiten – auch im Netz!“ Gemeinsam mit weiteren ExpertInnen sprechen sie über geplante Maßnahmen und Probleme in der Medienarbeit mit SchülerInnen. Ich darf zuhören und lerne, was der perfekte Schutz für Kinder gegen unpassende Inhalte ist.

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Smartphones sind Hebel im Alltag

Mag. Christine Aschbacher ist Bundesministerin und Mutter. Sie weiß, wie relevant die Aufklärungsarbeit im Bereich der neuen Medien ist: „Es gibt 57 Millionen Online-Kinderfotos in Österreich, im Gegenzug herrscht eine digitale Kluft. Besonders, wenn es um den Bildungshintergrund der SchülerInnen geht.“ Die Regierung plant daher 2020 eine Kooperation mit „Facebook-Austria“. Zudem fördern Ministerien „Safer Internet“ und “Digi4Family” seit mehreren Jahren.

Link-Tipp: “BuPP” – Informationsstelle digitale Spiele

„Solche Aktionen könnten an allen Schulen kostenlos angeboten werden, nach dem Vorbild Luxemburg“, wünscht sich Mag. Elisabeth Rosenberg, Vorsitzende im Bundesverband der Elternvereine. Weshalb sie das Spektrum an den Lehranstalten erweitern will, verstehen viele PädagogInnen im Saal. Ich bemerke Kopfnicken.

Austausch im Klassenzimmer

„Digitale Grundbildung ist in der Sekundarstufe eins vorgesehen. Schulen setzen das jedoch unterschiedlich um“, erfahre ich während der Podiumsdiskussion. Eltern, Kinder und LehrerInnen laufen Gefahr, in verschiedenen Online-Welten zu leben. Die Bundesschulsprecherin Jennifer Uzodike stimmt zu: „Der Fortschritt darf nicht schneller als die Aufklärungsarbeit sein. Unsere Schulen haben einen Bildungsauftrag.“ Die Maturantin macht mir deutlich: „Digital Natives wollen den bewussten Umgang mit Medien in der Klasse behandeln.“

DDr. Andrea Richter, Leiterin der Schulpsychologie NÖ, lenkt meinen Blick aber auch zu den Eltern und Familien. „Wir sollten darüber nachdenken, wo man die Grenzen zwischen öffentlicher und privater Verantwortung zieht.“ Unterstützung kommt von der Bildungs-Initiative „A1 Internet für alle“. Das im Jahr 2011 gestartete Projekt bietet gratis Programme für Schulen sowie Erwachsene und SeniorInnen an. Und baut eine Brücke zwischen Unterricht und Elternhaus.

Bildung und Bindung

„Das Smartphone gehört zum Tischgedeck, neben Messer und Gabel“, beschreibt Assoz. Prof. Dr. Ulrike Zartler, vom Institut für Soziologie der Universität Wien, den modernen Familienalltag. Die Statistiken in ihrem Vortrag verraten, was Kinder an ihren Eltern kritisieren, außerordentlich spannend! Permanenten Erreichbarkeit und Konkurrenz um Aufmerksamkeit brauchen einen vertrauensvollen Austausch in der Familie.

„Je mehr soziale Medien ein Mädchen konsumiert, desto kleiner ist ihr Selbstwertgefühl. Wenn das Spiegelbild nicht mit dem Selfie-Filter-Foto übereinstimmt, spricht man von Snapchat-Dysmorphie!“ Das neu gelernte Wort trifft mitten ins Instagram-Herz. Ich bin froh, dass meine Tochter die App noch nicht benutzen darf. Mag. Elke Prochazka, klinische Psychologin bei Rat auf Draht, animiert Mütter wie mich zu einem laufenden Dialog: „Medienbildung ist ein sozialer Akt!“ Sie kennt auch die Lösung zum Thema Kinder und Pornos.

Mindsets ändern – Zugänge schaffen

„Der sicherste Schutz für Kinder gegen unangemessene Inhalte ist, wenn Eltern ihren Nachwuchs so früh wie möglich altersgerecht aufklären“, betont die Psychologin. Sie hat recht, denke ich. Obwohl – was heißt jünger anfangen? Am besten mit dem Mutter-Kind-Pass die Eltern zu Medienbildung verpflichten? Bei dem Punkt reiben sich die Meinungen während des Workshops am Nachmittag: „Der gesundheitliche Aspekt wirkt gut, um Eltern zu sensibilisieren. Andererseits braucht es positive Instrumente. Das können Schulaufführungen, Wettbewerbe mit Telekommunikationsanbietern, oder gemeinsame Erlebnisse sein.“

Die Kreativität darf nicht zu kurz kommen. Eine Fähigkeit, die im 21. Jahrhundert essenziell ist. Das zeigt Anna Gawin vom „Da Vinci Lab“ beim Schnupper-Programmieren auf dem “Familien Medien Gipfel 2020”. Als ich etwas hilflos die Platine in der Hand halte, fasst die Geschäftsfrau zusammen: „Denn die Fragen der Kinder führen zu den Innovationen von morgen!“

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