So werden unsere Kinder arbeiten: Experten-Tipps für Eltern vom Online Karrieretag

Ich habe erfolgreiche UnternehmerInnen und ManagerInnen, die beim Online-Karrieretag in Wien nach Talenten suchten, angesprochen: Wie werden unsere Kinder in Zukunft arbeiten und was für Qualifikationen sind wichtig? Die Profis verraten konkrete Anforderungsprofile und Ratschläge für Eltern. 

Beim Online-Karrieretag in der Wiener Ottakringer-Brauerei informierten sich StudentInnen und Young Professionals auf Vorträgen und Workshops, aber auch in direkten Gesprächen mit HR-VertreterInnen florierender Firmen über Jobprofile, Stellenangebote und Innovationen der Branche.

Umgekehrt präsentierten sich Unternehmen, mit einem klaren Recruiting-Ziel: Technisch gut ausgebildete, kreative Menschen, die sich präzise bewerben wollen. Mit über 2200 registrierten BesucherInnen in der österreichischen Hauptstadt und 10 000 Gästen in Deutschland, wird der Online-Karrieretag laufend relevanter, die Zahl der bereits angemeldeten TeilnehmerInnen für den nächsten Termin bestätigen das.

Online-Gegenwart fließt in jeden Job mit ein

Angelika Gerstmayer, HEROLD-HR Business Partner:

Die digitale Industrie verzeichnet ein starkes Wachstum und die Branche befindet sich in einem ständigen, rasanten Wandel. So sind auch immer zahlreiche offene Positionen zu besetzen und das wird auch in den nächsten Jahren so bleiben.

 Tatjana Steinwandtner, HEROLD- HR Business Partner: 

Kaum ein Geschäftsfeld kommt heutzutage ohne Online-Auftritt aus, auch im HR Bereich ist eine entsprechende Plattform für Unternehmen ab einer gewissen Größe längst eine Selbstverständlichkeit geworden. Jüngere Generationen, „Digital Natives“, werden noch mehr Barrieren zwischen den einzelnen Jobbezeichnungen überwinden, als es ohnehin bereits der Fall ist. 

Developement und Operation rücken zusammen

Senior Project Manager Mag. Thomas Lichtenecker, REWE/RIAG DIGITAL:

Die Branchen werden dynamischer, und aufgrund der steigenden Komplexität vieler E-Commerce und E-Marketing Projekte auch erwachsener. Sie bietet gute Einstiegsmöglichkeiten für BerufsanwärterInnen – vor allem technische Verstärkung wird gebraucht.

Innovationstreiber verändern sich

Marketing Managerin Mag. Nela Danho, SPAR/ICS:

Virtuelle Netzwerktechnik, Cloud-Manager, das sind Jobbilder welche gefragt sind und bleiben. Der Handel möchte den Einkauf als Erlebnis gestalten, alles soll einfacher werden. Hierfür braucht es kreative, technische Lösungen. Das Bild von dem/der klassischen NetzwerkadministratorIn stimmt nicht mehr, es verschwimmt mit anderen Prozessen.

Birgit Kruta, Leiterin ORS-Unit ADWORX: 

Auch wenn eine Prognose schwer zu treffen ist: es wird viele neue Jobbezeichnungen in der Online-Branche geben, welche alle ein gewisses technische Fähigkeiten voraussetzen. Eltern brauchen aber keine Sorge zu haben, in Österreich gibt es ausgezeichnete Ausbildungen.

 

Mit digitalen Medien leben und kreativ sein

Denise Kulhanek, Senior Account Manager, BOOKING.COM: 

Mit den neuen Zugangsmöglichkeiten und Devices hat sich aber auch der Bezug Virtualität und Realität verändert. Daher macht es Sinn, über die Dosierung von digitalen Medien in der Familie zu sprechen und als Eltern auch die Vorbildfunktion wahrzunehmen. Awareness ist ein gutes Stichwort – wann nutzt das Kind wie welche Medien aus welchem Grund wie lange?

Hacken macht Spaß

Marketing Managerin Mag. Nela Danho, von SPAR/ICS:

Es gibt sogenannte „Hackathons“: das sind kollaborative Software-und Hardwareenwicklungsveranstaltungen. Ziel eines „Hackathons“ ist es, innerhalb der Dauer dieser Veranstaltung, gemeinsam nützliche, kreative oder unterhaltsame Softwareprodukte herzustellen oder sich wo hinein zu hacken oder in Teams in einem Wettbewerb gegeneinander anzutreten. Das hat schon was Hippes, gerade für Jugendliche!

Praxis, Praxis, Praxis!

Philipp Ruthensteiner, Mitgründer SHELF SAILOR: 

Praktische Erfahrung ist am globalen und umkämpften Arbeitsmarkt ausschlaggebend, viele StudentInnen vergessen darauf und müssen das dann später nachholen. Oder sie arbeiten für sehr wenig Geld über diverse Volontariate. Das finde ich nicht unbedingt richtig. Besser, sich vorher schon darum kümmern, konkrete Ferialjobs annehmen oder erstes berufliches Rüstzeug bereits vor dem Studium erfahren, in dem man mal zum Beispiel ein Jahr arbeitet.

Lukas Ransmayr, Mitgründer SHELF SAILOR:

Wenn man schon früh damit begonnen hat, sich mit Online-Medien auseinander zu setzen, Daten richtig recherchieren und analysieren kann und Programmier-Grundkenntnisse besitzt, bietet der Arbeitsmarkt sehr gute Zukunftsperspektiven. Technisches Wissen plus digitale Kompetenz erlauben, Zusammenhänge einzuordnen und kreative Wege in allen Berufsfeldern einzugehen. Genau das wird gesucht! Kinder sollten bereits zeitig damit anfangen, bewusst digitale Medien zu nutzen, erste Apps selber zu gestalten, soziale Netzwerke als Karrierechance zu betrachten.

Ich bedanke mich bei allen InterviewpartnerInnen und wünsche ihnen weiterhin viel Erfolg und alles Gute!

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