So werden unsere Kinder arbeiten: Experten-Tipps für Eltern vom Online Karrieretag

Ich habe erfolgreiche UnternehmerInnen und ManagerInnen, die beim Online-Karrieretag in Wien nach Talenten suchten, angesprochen: Wie werden unsere Kinder in Zukunft arbeiten und was für Qualifikationen sind gefragt? Die Profis verraten konkrete Ratschläge für Eltern. 

 

Experten-Tipps für Eltern: So werden unsere Kinder arbeiten


Beim Online-Karrieretag in der Wiener Ottakringer-Brauerei informierten sich StudentInnen und Young Professionals auf Vorträgen und Workshops, aber auch in direkten Gesprächen mit HR-VertreterInnen florierender Firmen über Jobprofile, Stellenangebote und Innovationen der Branche.

Umgekehrt präsentierten sich Unternehmen, mit einem klaren Recruiting-Ziel: Technisch gut ausgebildete, kreative Menschen, die sich präzise bewerben wollten. Mit über 2200 registrierten BesucherInnen in der österreichischen Hauptstadt und 10 000 Gästen 2016 in Deutschland, wird der Online-Karrieretag laufend relevanter, die Zahl der bereits angemeldeten TeilnehmerInnen für den nächsten Termin bestätigen dies.

Online-Gegenwart fließt in jeden Job mit ein

„Die digitale Industrie verzeichnet ein starkes Wachstum und die Branche befindet sich in einem ständigen, rasanten Wandel. So sind auch immer zahlreiche offene Positionen zu besetzen und das wird auch in den nächsten Jahren so bleiben”, sagen Angelika Gerstmayer (HR Business Partner) und Tatjana Steinwandtner, beide von HEROLD.

Aber nicht nur dort: Kaum ein Geschäftsfeld kommt heutzutage ohne Online-Auftritt aus, auch im HR Bereich ist eine entsprechende Plattform für Unternehmen ab einer gewissen Größe längst eine Selbstverständlichkeit geworden. Jüngere Generationen, „Digital Natives“, werden noch mehr Barrieren zwischen den einzelnen Jobbezeichnungen überwinden, als es ohnehin bereits der Fall ist. “

Developement und Operation rücken zusammen

Genau dies erklärt auch Senior Project Manager Mag. Thomas Lichtenecker von REWE/RIAG DIGITAL: „Die Branchen werden dynamischer, und aufgrund der steigenden Komplexität vieler E-Commerce und E-Marketing Projekte auch erwachsener. Sie bietet gute Einstiegsmöglichkeiten für BerufsanwärterInnen – vor allem technische Verstärkung wird gebraucht.”

Innovationstreiber verändern sich

Marketing Managerin Mag. Nela Danho, von SPAR/ICS unterstützt diese Überzeugung: „Virtuelle Netzwerktechnik, Cloud-Manager, das sind Jobbilder welche gefragt sind und bleiben. Der Handel möchte den Einkauf als Erlebnis gestalten, alles soll einfacher werden. Hierfür braucht es kreative, technische Lösungen. Das Bild von dem/der lassischen NetzwerkadministratorIn stimmt nicht mehr, es verschwimmt mit anderen Prozessen.“

 

Grundkenntnisse im Programmieren sollte jede/r mitbringen


Für Birgit Kruta Leiterin von ORS-Unit ADWORX, zählen Social Media Kenntnisse und IT-Wissen zur Allgemeinbildung:

„Es sind auch StudentInnen hier, viele aus dem Marketing sowie Publizistik und Kommunikationswesen. Das ist schön, denn sie sind sehr offen und interessiert. Grafiker,Innen ProgrammiererInnen oder generell die IT-Talente sind weniger vertreten aber gern gesehen. Ich würde bei BewerberInnen einen gesunden Mix von Publishing und EDV bevorzugen.“

Ihrer Meinung nach ist es unumgänglich, dass künftige ManagerInnen in ihrem Unternehmen ein Grundverständnis von Data Analytics, Programmieren und Recherchieren mitbringen, um Projekte miteinander verknüpfen bzw. technisch innovativ handeln zu können.

„Auch wenn eine Prognose schwer zu treffen ist: es wird viele neue Jobbezeichnungen in der Online-Branche geben, welche alle ein gewisses technische Fähigkeiten voraussetzen. Eltern brauchen aber keine Sorge zu haben, in Österreich gibt es ausgezeichnete Ausbildungen.“

Programmier-Kurse für Kinder und Jugendliche: LOGISCOOL AUSTRIA

Mit digitalen Medien leben und kreativ sein

„Mit den neuen Zugangsmöglichkeiten und Devices hat sich aber auch der Bezug Virtualität und Realität verändert. Daher macht es Sinn, über die Dosierung von digitalen Medien in der Familie zu sprechen und als Eltern auch die Vorbildfunktion wahrzunehmen. Awareness ist ein gutes Stichwort – wann nutzt das Kind wie welche Medien aus welchem Grund wie lange“, erwähnt Denise Kulhanek, Senior Account Manager von BOOKING.COM.

Medienbewusstsein und Medienethik

Die HEROLD-HR Business Partnerin Angelika Gerstmayer findet es ebenfalls wichtig, über Medienethik und Medienbewusstsein nachzudenken.

„Gerade beim Thema Öffentlichkeit und Kommunikation brauchen Kinder und Jugendliche klare Regeln und Role-Models, damit ihr natürliches technisches Verständnis, wie zum Beispiel, dass sie sich in sozialen Netzwerken aufhalten, ihnen nicht zum Verhängnis wird und sie fatale Fotos posten. Das zählt auch zu den digitalen Skills für mich.“

 

Hacken macht Spaß


Um die Medienkompetenz altersgerecht zu fördern, legt PR&Marketing Managerin für SPAR ICS Mag. Nela Danho nahe, IT Veranstaltungen mit den Kindern zu besuchen, sich Neues auf Messen anzusehen und den Coolness-Faktor am Programmieren nicht zu unterschätzen.

Es gibt sogenannte „Hackathons“: das sind kollaborative Software-und Hardwareenwicklungsveranstaltungen. Ziel eines „Hackathons“ ist es, innerhalb der Dauer dieser Veranstaltung, gemeinsam nützliche, kreative oder unterhaltsame Softwareprodukte herzustellen oder sich wo hinein zu hacken oder in Teams in einem Wettbewerb gegeneinander anzutreten. Das hat schon was Hippes, gerade für Jugendliche!“

Was du über “Hackathons” wissen möchtest:

Handbuch: Jugend-Hackathons:

http://handbuch.jugendhackt.de/appendix/00%20Hanbuch_Jugend-Hackathons.pdf

Hackathons für Kinder und Jugendliche in Deutschland:

http://jugendhackt.de/

Hackathons in Österreich für interessierte Eltern/Startups

http://www.austrianstartups.com/events/category/hackathon/

 

Altersgerecht technisches Wissen erwerben


Thomas Lichtenecker, Senior Project Manager, bei REWE RIAG DIGITAL rät Eltern, sich spielerisch mit Logik und dann später PHP oder CSS auseinander zu setzen um Kindern den Einstieg in die Programmierung zu erleichtern.  „Es gibt eigene Apps, mit welchen Kindern Rätsel lösen und später ganz einfach Schritt für Schritt programmieren lernen können. Man braucht sich nur umzuschauen.”

App Tipps: Kinder lernen easy programmieren:

http://www.besonderekinderapps.de/mit-der-schildkrote-das-programmieren-lernen/

http://www.eduapps.at/spielerisch-programmieren-lernen/

Praxis, Praxis, Praxis

Denn praktische Erfahrung ist durch den globalen und umkämpften Arbeitsmarkt ausschlaggebend, unterstreicht Philipp Ruthensteiner, Mitgründer von SHELF SAILOR. „Viele Studenten vergessen darauf und müssen dies dann später nachholen. Oder sie arbeiten für sehr wenig Geld über diverse Volontariate. Das finde ich nicht unbedingt richtig. Besser, sich vorher schon darum kümmern, konkrete Ferialjobs annehmen oder erstes berufliches Rüstzeug bereits vor dem Studium erfahren, in dem man mal zum Beispiel ein Jahr arbeitet.“

Zusammenhänge verstehen können

Lukas Ransmayr, Mitgründer von SHELF SAILOR und Vortragender auf dem Karrieretag, ergänzt: „Wenn man schon früh damit begonnen hat, sich mit Online-Medien auseinander zu setzen, Daten richtig recherchieren und analysieren kann und Programmier-Grundkenntnisse besitzt, bietet der Arbeitsmarkt sehr gute Zukunftsperspektiven. Technisches Wissen plus digitale Kompetenz erlauben, Zusammenhänge einzuordnen und kreative Wege in allen Berufsfeldern einzugehen. Genau das wird gesucht! Kinder sollten bereits zeitig damit anfangen, bewusst digitale Medien zu nutzen, erste Apps selber zu gestalten, soziale Netzwerke als Karrierechance zu betrachten.“

DIGITALPARENTS dankt allen Interviewpartnern herzlich für die Zusammenarbeit und wünscht weiterhin viel Erfolg!

 

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