Stopmotion-Filme: Vom Playmobil-Groove und Playmobil-Blues

Die Semesterferien kamen. Unterhaltungsprogramm bei Schlechtwetter: Kino, zweimal Taekwando-Schnuppern, Schlittschuhlaufen, am einzigen halbwegs trockenen Tag. Die Kleine und ich bekamen allmählich einen Koller. Schwimmen durften wir nicht, kurz zuvor gerade krank gewesen. Nach der tausendsten Runde UNO kroch der Mut der Verzweiflung hoch.

 

KünstlerInnen und ihr Erstlingswerk


“Film doch mal eine Geschichte mit deinen Playmobil-Figuren”, schlug ich vor, um ein paar Minuten für mich zu haben.
Wie und weshalb ich gerade jetzt zu diesem Einfall gelangte, war mir schleierhaft.
“Nimm am Besten deine neue Digitalkamera. Da hast du viel Speicherplatz!”
Nach elf Minuten Konzentration erlag die junge Künstlerin einer Blockade:
“Ich kann nicht mehr. Ich brauch eine Pause. Darf ich fernsehen?”

Ich raffte mich auf.
“Komm, wir drehen einen richtigen Film, in dem man unsere Hände nicht sieht, wenn wir die Männchen bewegen!”

“Einen Playmobil-Stopmotion-Film!”

Sie wurde neugierig. “Wie soll das gehen?”
“Na pass auf, ich zeige es dir!”

Dann drückte ich der Kleinen den Fotoapparat in die Hand, nachdem wir das Set aufgebaut hatten. Und wirklich, sie fing an mit Begeisterung zu knipsen. Kontrollierte ihre Werke kritisch und machte ein drittes, viertes Bild, wenn sie fand, dass etwas verwackelt schien.

Ich drehte die Figuren und schaute, dass die Kamera, obwohl wir kein Stativ verwendeten, halbwegs am selben Ort blieb. Damit die Kleine ein Erfolgserlebnis zu verzeichnen hatte, begann ich schon nach zweihundert Fotos, die Dateien auf den Computer zu übertragen und setzte die Fotos zu einem Film zusammen.
“Schau – so sieht das dann aus!”

Link-TippKamera-Kinder

 

KünstlerInnen und ihre Grenzen


“Die Musik ist voll schlimm, Mama, die gefällt mir nicht!” rügte sie mich.
“Ja aber sonst? Ist doch toll! Das hast du gemacht!”
Meine Tochter schien tatsächlich so etwas wie beeindruckt.
“Ich will jetzt einen Film machen, den ich am Abend anschauen kann. Und darf ich dann Popcorn dazu essen?”
“Du meinst, einen Film, der so lange wie eine DVD dauert?”
“Genau!”
“Uh, da brauchen wir viele, viele Stunden dafür!”
“Das geht jetzt nicht?”
“Wir können gerne anfangen. Hast du eine Geschichte?”

“Aber fertig wird es heute nicht?”
“Nein, Schatz, so etwas Langes dauert bestimmt. Ich muss dass dann am Computer noch bearbeiten. Und dabei willst du mir ja sicher auch helfen.”
Die Kleine zuckte mit den Achseln.
“Ach, macht nichts. Dann fotografieren wir das ein anderes Mal. Es kommt jetzt eh “Alvin und die Chipmunks”. Darf ich das anschauen?”

Der Größenwahn eines Kindes. Wenn es kein abendfüllender Spielfilm wird, dann braucht man sich erst gar nicht an die Arbeit zu machen! 

 

Hier die Ergebnisse unserer ersten “Stop-Motion-Videos”:

 
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