“The Simpsons”: Eine gelbe Brücke zwischen Generationen und Geschlechtern?

Im Dezember 1989 zum ersten Mal in den USA ausgestrahlt, färben die von Matt Groening entwickelten “Simpsons” mit inzwischen über 115 verschiedenen Autoren, 27 Staffeln und als erfolgreichste laufende Zeichentrickserie die Zimmer auf der ganzen Welt gelb. Aber wie geeignet ist die Sitcom für Kinder?

 

Alle kennen “The Simpsons”


Auch für meine Tochter, stolze sieben Jahre alt, sind Homer, Marge, Bart, Lisa, Maggy und Co keine Unbekannten mehr. Beim Suchdurchlauf zum Kindersender prahlte sie letztens:

„Das sind „Die Simpsons“, Mama, die kenne ich schon. Darf ich das anschauen?“

Meine Zapp-Bewegung gefror, ich blieb bei besagtem Kanal und beäugte einen rauchenden Affen, der neben einem ziemlich betrunkenen und laut fluchenden Clown stand.

Dem ersten Bauchgefühl wurde nachgegeben: „Nein, Schatz! Ich finde das ist noch nichts für dich.“ Aber ich kam mir etwas schäbig dabei vor, bemerkte das Gefühl, als würde ich mit zweierlei Maß messen, eine Doppelmoral vertreten.  Wie konnte ich meiner Tochter etwas verbieten, das ich selbst in ihrem Alter gemacht hatte? Und immer noch tätigte!
 

Ab wie vielen Jahren sind „The Simpsons“ geeignet?


Ich holte mir Bestätigung aus dem Internet und auf den ersten Blick gaben mir diverse Elternforen Recht: Für Kinder unter 10 Jahren bzw. 12 Jahren gab es zig Aspekte an der amerikanischen Kult-Serie, die noch nicht gut verarbeitet oder verstanden werden konnten.

Keine Inhalte für die Kleinsten?

„Mit teilweise drastischen Übertreibungen und drallem Humor werden Themen wie aktuelle Ereignisse, gesellschaftliche Debatten und Probleme, Politik, Auswüchse des Medienzeitalters und Phänomene der Popkultur dargestellt und die amerikanische Mittelschicht auf die Schippe genommen. Oft enthalten die Folgen Anlehnungen an Buch- oder Film-Klassiker, sexuelle Anspielungen und Witze oder gruselige und blutige Szenen bei den Halloween-Episoden, wie auch „Itchy und Scratchy“ -Szenen, die von jüngeren Kindern nicht einmal verstanden werden.“
 

Offizielle FSK Kennzeichnung: ab 12 Jahren


Ich fand einen weiteren Zeitungsartikel, in dem man vermerkte, dass  in der Schweiz die Serie „The Simpsons“ seit 2009 nur noch mit einer Jugendschutzwarnung gezeigt wurde.  Die Kommentare, welche man darunter postete, spiegelten eine eher einheitliche Meinung: Übertrieben! Dann könne man auch gleich die alte Debatte über fragwürdiges Verhalten bei Pippi Langstrumpf und Peter Lustig als arbeitsunwilliger Hippie etc. wieder aufgreifen.

Bei diesem Vergleich entspannte auch ich mich allmählich und las beim Weitersurfen im Internet erstaunt, was die sehr anerkannte Fernseh-Website „Flimmo“ über die gelbe Trick-Familie argumentierte:
 

Nicht alles wird verstanden


„Mit dieser Sendung können jüngere Kinder (3-6 Jahre) noch nichts anfangen, für ältere Kinder (7-10 Jahre) gewinnt sie an Reiz, die ältesten (11-13 Jahre) begeistert sie. Von dieser Serie sind Kinder angetan. Die bissigen Seitenhiebe auf Politik und Gesellschaft dürften den Jüngeren dabei eher verborgen bleiben.“

Auch ich hatte manche Witze oder Dinge der Sitcom erst viel später begriffen, als ich erwachsen oder älter wurde,  erinnerte ich mich. Es wurden ja laufend nicht nur aktuelle Folgen, sondern auch alte Staffeln auf mehr als einem Sender ausgestrahlt. Beim wiederholten Ansehen entdeckte man neue Feinheiten, hörte eine schnelle Bemerkung, die man beim ersten Mal nicht verstanden hatte. Und diesen Lernprozess gedachte ich, meiner Tochter nun vorzuenthalten?
 

Ein gelbes Format für die ganze Familie


“Der Papa kennt das auch“, hatte mein Nachwuchs noch ein Argument. Ein geschlechterübergreifendes. Der Vater meines Kindes, meine beiden Brüder, meine Schwester:

“The Simpsons“ war und blieb eines der wenigen TV-Formate, bei dem wir uns in der Familie einig gewesen waren. Hier gab es keine Differenzen zwischen Star-Wars und Eiskönigin, romantische Komödie oder Action, Fantasy oder Naturdoku.

Wir alle haben es geschaut. Und jetzt eben auch meine Tochter.
 

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