Warum meine Oma ihre Fotos besser verwaltet als ich

Zu Weihnachten und Silvester hast du bestimmt viel geknipst. Am Smartphone, mit der Kamera oder dem Tablet. Aber was passiert dann mit deinen Bildern? Ausdrucken, archivieren, uploaden?

Ein Gespräch mit meiner Großmutter deckt auf: Sie weiß es halt doch am Besten!

Außerdem für dich zusammengestellt: 

 

 

 


Junge Menschen verlieren ihre Fotos eher als Ältere:


 

Laut einer Hartlauer-Studie archivieren ältere Österreicher ihre Aufnahmen besser als jüngere. Nur jeder Vierte zwischen 14 und 19 sichert seine Schnappschüsse regelmäßig.

Ganz in diesem Trend zeigte sich auch meine Großmutter während den Weihnachtsfeiertagen und merkte gewissenhaft an, ich solle meine Familienmomente ausdrucken und in ein Album geben, damit diese etwas „für die Ewigkeit“ seien. Ich runzelte die Stirn.

Print war in Zeiten von JPG und PNG doch fast obsolet geworden.

„Nein, man hält was in den Händen, kann sich erinnern. Nicht nur schnell durchklicken!“

Omas Meinung wurde auch von Hirnforschern, wie dem Psychologen Hans-Georg Häusel, unterstrichen: Bei Betrachtungen am Bildschirm gehe es um eine schnelle Zielerfüllung, wohingegen man Gedrucktes viel entspannter und nachhaltiger aufnehme.

 

 

 


Die besondere Optik des analogen Fotos – eine zeitlose Daseinsberechtigung?


 

Druckerzeugnisse verschwinden nicht so einfach wie ein digitales Bild, haben eine besondere Haptik und Persistenz und bleiben daher willkommene Abwechslung zur digitalen Variante. Alleine im deutschsprachigen Raum erzeugten Online-Druckereien Umsätze von über 2,5 Mio Euro jährlich, las ich später nach.

 

 


Trotzdem müssen die Bilddateien irgendwo gespeichert werden:


 

Ich persönlich kopierte in den letzten Jahren immer wieder mal eine Ladung auf CD-Rom oder die externe Festplatte. Das suggerierte mir das Gefühl, als ob ich diese anfassen könnte, erklärte ich meiner älteren Gesprächspartnerin. Oma vertrat eine andere Überzeugung.

„Ah- CDs werden kaputt. Oder es gibt die Dinger nicht mehr!“

Auch in diesem Punkt musste ich ihr teilweise Recht geben. Optische Speichermedien halten ungefähr 5-10 Jahre, eine Festplatte im laufenden Betrieb 2-10 Jahre, USB Sticks aber schon 10-30 Jahre und eine Festplatte als Archivmedium könnte zwar bis zu 30 Jahre überleben, wenn es nicht die zweite angesprochene Problematik gäbe.

 

 


Speicherformate und Medien ändern sich:


 

Die Minidisc ist ausgerottet, CDs nahezu ausgestorben. Daher scheint es gut möglich, dass sich viele Formate mit der Nachfolgeversion der üblichen Programme nicht öffnen lassen werden:

 

 

Wer seine Daten nicht regelmäßig in aktuelle Dateiformate konvertiert, wird diese verlieren, da hatte meine Oma voll ins Schwarze getroffen. Und auch in der Cloud wären die Dateien zwar theoretisch über Jahrhunderte gespeichert, es würde sich aber dennoch die Frage der Kompatibilität der JPG Datei stellen.

 

 


Backups in der Cloud:


 

Es sprach aber auch nichts dagegen, seine Fotos gelegentlich in die Cloud upzuloaden, denn auf diese Weise waren die Bilder zusätzlich durch den Anbieter gesichert, überlegte ich, doch meine Oma winkte ab.

Wie viele Österreicher verhielt sie sich der Cloud gegenüber noch nicht sehr offen. Sie verwaltete lieber ihre Windows-Ordner: penibel beschriftete Pfade, als ehemalige Sekretärin eine Selbstverständlichkeit für sie.

„Mach das auch!“

 

 


Foto-Management-Software:


 

„Ja!“ bekräftigte ich, denn auf meiner Festplatte gärten Gigabytes in einem einzigen Ordner „Fotos“ und ich nahm mir fürs neue Jahr vor, wenigstens mal Struktur zu schaffen. Hierfür gab es mittlerweile genügend Software und Online-Tools, das durfte ja nicht allzu schwer werden!

„Soll ich dir auch so was installieren?“ bot ich an, während ich in Gedanken schon bei Google war, aber meine Großmutter wehrte erneut ab.

„Nein, das Einzige, was ich für meine Bilder brauche, ist ein hübscher Rahmen mit Glas.“

Wie richtig Oma mit dieser Aussage auch dieses Mal lag, wusste sie zwar selbst nicht, aber ich: Forscher hatten herausgefunden, dass Dateien auf CDs aus Glas unendlich lange konserviert werden können, und solche Glas-CDs findet man sogar bereits im Handel. Einen „Bilderrahmen“ für die Ewigkeit.

 

Bam! Oma knows best!

 

 


Hier kannst du weiterlesen: 


 

Klicke auf die Bilder um zum Beitrag zu gelangen! Have Fun!

 


Quellenangaben: 

Inhalte, Bilder und Textauszüge: 

http://www.thewindowsplanet.com/3498/5-best-free-photo-management-software-for-windows.htm

http://fieldguide.gizmodo.com/the-best-ways-to-organize-all-your-digital-photos-1737294852

http://www.fotobuchmagazin.de/ratgeber-tipps/fotos-fuer-die-ewigkeit-ueber-die-kurze-halbwertszeit-von-digitalen-speichern/

http://www.wepreserve.eu/wert-des-gedruckten-fotos/

http://www.krone.at/digital/junge-menschen-sichern-fotos-schlechter-als-alte-hartlauer-studie-story-476091

http://fieldguide.gizmodo.com/the-best-ways-to-organize-all-your-digital-photos-1737294852

Showing 6 comments
  • Nala
    Antworten

    Eigentlich hatte ich diesen Kommentar schon auf Instagram vorgeschrieben, leider ist er wohl zu lang. Deswegen wollte ich ihn hier noch einmal hinterlassen.

    Ich denke ich stehe in der Mitte. Die Bilder mache ich inzwischen nur noch mit dem Handy. Sie werden automatisch gesichert, was mir die Sicherheit gibt alle beieinander zu haben. (Was ist wenn ich das Gerät verliere oder es kaputt geht?) Wartezeiten überbrücke ich hin und wieder in dem ich Bilder „besterne“. Für mich wichtige oder schöne Aufnahmen bekommen einen Stern (was auch in den Metadaten gespeichert wird). Wenn ich Fotos suche kann diese so leichter filtern. Beim Speichern bin ich bei Deiner Oma, auf der Festplatte in einem Ordner für das Jahr und einem Unterordner für den Monat (die Sterne helfen ja beim Auffinden). Die Sicherung erfolgt auf Externer Festplatte und USB Sticks. Fotobücher mache ich hin und wieder nach Urlauben, aber ich würde gern mehr Alltagsbilder integrieren. Mit den Kindern macht das Anschauen viel Spaß!

    Viele Grüße
    Nala

    • Digitalparents Bloggerin: Katharina
      Antworten

      Liebe Nala,

      vielen Dank für dein Feedback – ich freu mich immer, egal über welchen Kanal 😉 Du kannst mich auch über Fackebook erreichen: https://www.facebook.com/digitalparents/

      Ich verstehe dich sehr gut, dass du Fotos fast nur noch am Handy machst, mir geht es ähnlich: Man hat es eben immer und überall dabei. Leider bin ich aber auch ein Schussel und habe es letztes Jahr geschafft, mein Smartphone dreimal zu verlieren (einmal wurde es gestohlen) und weil ich noch nichts in der Cloud „backupe“ waren viele Bilder weg XD. Das „Besternen“ ist in doppelter Hinsicht auch genial – zum Einen hast du deine Favoriten markiert und zum anderen Wartezeiten überbrückt.
      Wenn alles gutläuft, sichere ich meine Handybilder ca. einmal im Monat dann auf der Festplatte und habe sogar eine Art „Ordner-Ordnung“ geschaffen, aber vorbildlich bin ich noch lange nicht. Hast du gute Erfahrungen mit Fotobüchern? Ich habe gerade die ersten zwei Jahre meiner Tochter in zwei Baby-Alben festgehalten, eingeklebt und verziert. Muss aber gestehen, dass ich die letzten paar Jahre sehr nachlässig geworden bin. Die Omas kriegen zu Weihnachten immer mal Fotogeschenke.
      Alltagsbilder jedoch sind in beiden Fällen eher weniger dabei – da hast du vollkommen Recht! Meine Tochter blättert auch gerne in Alben und ich erinnere mich, dass ich das als Kind auch gerne getan habe. Kinder sind halt doch sehr haptisch, wollen etwas angreifen. Mir ist gerade die Idee gekommen, mal zu schauen was es so im Angebot gibt zwecks Fotopräsentationen: Vielleicht was Power-Point-Mäßiges….? Huh, jetzt hast du mich wieder inspiriert…. und ich sehr viel geschrieben 😉
      Hoffe du schaust wieder mal vorbei – würde mich sehr freuen.
      Liebe Grüße
      Kathi

  • Patrick
    Antworten

    Hallo Kathi!

    Blog und Inhalt finde ich schon interessant, aber dieses nervige Popup, das immer wieder auftaucht, und mich dazu animieren soll, von Deinem Blog wegzusurfen und Likes in allen möglichen Netzwerken zu verteilen, raubt mir irgendwie den Spaß. :-/ Außerdem würde es mir gefallen, wenn es ein Datum zu den Blogposts gäbe. 🙂

    Zum Thema an sich: Ich speichere alles lokal ab. Es ist schon ein ungeheurer Fundus an schönen Bildern zum „Ausdrucken“ entstanden. Je mehr Bilder es werden, desto länger zögere ich diesen Schritt aber hinaus. Danke für den Hinweis mit den Glas-CDs! 🙂

    Alles Gute
    Patrick

    • Digitalparents Bloggerin: Katharina
      Antworten

      Lieber Patrick,

      danke für dein konstruktives Feedback – ich freue mich immer wenn ich Rückmeldungen bekomme! 🙂 Zum Popup: Leider lässt es nicht zu, nur einmalig pro Besucher zu erscheinen, aber ich habe es insofern reduzieren können, indem das Popup nur noch auf Artikel-Seiten angezeigt wird. Ich blogge erst seit Ende Mai 2016 und brauche die Unterstützung durch Follower und Likes auf Social Media – nur so kann der Content von http://www.digitalparents.at verbreitet werden und DIGITALPARENTS bestehen bleiben. Und es ist mein ganz tiefer Herzenswunsch, über das Thema Medienkompetenz zu sprechen und zu animieren, darüber nachzudenken, weil es so so wichtig ist. Ich hoffe du kannst daher verstehen, dass ich daher momentan versuche, möglichst viele Menschen und Kanäle zu erreichen. Vielleicht habe ich ja Glück und brauche es eines Tages nicht mehr so XD
      Beim Fotoabspeichern stimme ich dir zu, ich habe auch schon ganze Ordner-Wälder voller Bilder und drucke meist nur für Weihnachtsgeschenke etc. aus. Daher habe ich ein paar Links zusammengestellt, was man mit ausgedruckten Fotos so alles machen kann. Vielleicht ist ja was dabei für dich- damit dein Fundus etwas kleiner wird. http://www.digitalparents.at/fotos-aufbewahren-30-diy-ideen/
      Ich wünsche dir viel Spaß weiterhin beim Knipsen, ich werde auch bald mal wieder bei http://www.freeyourfamily.net vorbeischauen!

      Liebe Güße,
      Kathi

  • Tessa
    Antworten

    Liebe Kathi,

    Oma knows best! Ist in den meisten Fällen so 😉
    Ich mache seit Jahren meine Fotos ausschließlich mit dem Handy – ist ja auch super praktisch! Wenn es aber etwas ganz besonderes ist, wie zum Beispiel ein besonders süßes Foto von meiner Tochter, dann wird das sofort ausgedruckt und ins Fotoalbum geklebt, damit hat man auch Jahre später noch die gleiche Freude als mit irgendwelchen Sticks und Karten, die dann nicht mehr abgespielt werden.

    LG, Tessa

    • Digitalparents Bloggerin: Katharina
      Antworten

      Liebe Tessa,
      danke für dein nettes Kommentar – ich handle es ähnlich wie du – besondere Fotos ausdrucken und schmücken oder einkleben. Das erste Jahr meiner Kleinen habe ich so in zwei Alben festgehalten, beschriftet und verziert. Danach bin ich sehr nachlässig geworden. Ich sollte mich mal wieder hinsetzen 🙂 Ich bin gespannt, wie unsere Kids das einmal machen werden. XD Und ich mache auch fast nur noch Fotos mit dem Handy – wer schleppt denn schon immer die Digitalkamera mit. Also viel Spaß weiterhin beim Knipsen und Co, freue mich, wenn wir in Kontakt bleiben. LG Kathi

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