DER ANFANG: Wie DIGITALPARENTS geboren wurde

DER ANFANG: Wie DIGITALPARENTS geboren wurde

Hallo, ich heiße Katharina und lebe mit meiner Tochter (6 Jahre alt) in Wien. Weil ich keine Expertin bin, sondern digital-vintage, schreibe ich über Medienerziehung in der Familie. Damit wir am Medien-Ball bleiben. Angefangen hat alles mit dem Fernsehen. Und dem ersten Fernsehverbot.

Kinderfernsehen: Kreative Langeweile

Trotz regem Familienprogramm und einem Kinderzimmer voller Inspiration: Wenn meine Tochter nicht fernsehen darf, wird sie ungemütlich. Ihr ist fad. “Bieten Sie dem Kind Alternativen zum TV”, empfehlen die Elternratgeber. Damit bin ich nicht ganz einverstanden. Meiner Meinung nach hat das Mädchen genügend Freizeitangebot. Sie soll sich selbst beschäftigen können. Ich hole mir Rat bei meiner Mutter, einer erfahrenen Pädagogin: “Wenn ich Vorschläge mache, dann erwartet die Kleine, dass ich sie bespaße!” Die Lehrerin entgegnet: “Bleib konsequent. Lass sie mal in Ruhe. Aus der Langeweile heraus entwickelt sich Kreativität.”  Das erste Fernsehverbot der Rabaukentochter bestätigt ihren Tipp. Hier die Geschichte:

Die Sache mit der Strafe

„So. Das Sandmännchen bleibt heute aus!“ Die tägliche Debatte beim Süßigkeitenregal im Supermarkt eskaliert. Ich bleibe hart. Da helfen auch die Krokodilstränen der Bestraften nichts. Mein Nachwuchs knallt ihre Kinderzimmertüre zu, es fallen die Worte „gemein“ und „ur-gemein“. Geheule. Dann folgt Stille. Minutenlang. Als ich es nicht mehr aushalte und nach einiger Zeit kontrolliere, ob alles in Ordnung ist, summt meine Tochter ein Kinderlied. Entspannt liegt sie auf dem Teppich. Das Barbiepony in der einen, zwei Playmobilmännchen in der anderen Hand. Sie spielt konzentriert. Ich schließe leise die Türe und verstehe die Welt nicht mehr. Ist das der lang ersehnte Durchbruch?

Kleine Kinder, kleine Sorgen

Gleich am Anfang, das ist er nicht gewesen! Meine Tochter will trotzdem dauernd fernehen. Wenn der Bildschirm flimmert, beschäftigt sie sich selbstständig und zufrieden. Neben “Tom und Jerry” malt sie, zieht Stofftiere lustig an und erfindet Gegenstände. Läuft keine Sendung, dann quengelt sie und braucht mich zum Spielen, Vorlesen, Plappern. Sie kann es nunmal nicht leiden, alleine zu sein. Und ich bin inkonsequent, mag keine Strafen.

Das ist völlig in Ordnung, finde ich. Die Uhr tickt nämlich. Bevor mein Spross die Türe verschließt, weil sie ungestört surfen oder posten möchte. Bevor wir über Cybergrooming, In-App-Käufe oder Datenschutz sprechen müssen. Bevor ich voller Sehnsucht an das Kinderprogramm zurück denke. Weil das einmal mein größtes Problem gewesen ist…

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