KAISERSCHMARREN UND KILLER

KAISERSCHMARREN UND KILLER

Als Meldrit Dilek vergewaltigt wird, denkt sie nur: “Gottseidank!” Weshalb es soweit gekommen ist und sie einen Kaiserschmarren auskotzt, weiß der Killer. Eine wohlportionierte Grausamkeit mit Sex und Teigwaren. 

Ein messerscharfes Ersticken

Frau Meldrit Dilek liegt auf der Seite und wird vergewaltigt. Schmerz kreischt aus dem Mund, aber sie denkt: „Gottseidank!“ Zum Glück ist ihr das schon einmal passiert. Sie kann in einer Woche wieder auf die Toilette gehen. Der Penis zerfetzt Meldrits Rotsette, trotz des rutschigen Kondoms. Ein Schlagbohrer im Darm. Die Dreißigjährige schafft es nicht, den Anus zusammen zu drücken und das Scheusal hinaus zu pressen. Weit drinnen wütet der Fremdkörper, stark die Stöße. Das Glied in ihrem Hintern misst Normalgröße. Kein Vergleich zum ersten Missbrauch, der gewaltige Prügel von damals. Jetzt tut man ihr zwar weh, doch sie ist bei klarem Verstand. Meldrit muss fast lachen.

Speichel und gebackener Teig benetzen die puffrote Matratze. Ein zweiter Schwanz steckt tief in ihren Rachen. Meldrit würgt. Sie will in die Erektion beißen, vergebens. Weil ein Dicker ihr Kinn nach unten zieht. Und sein Messer bereit hält. „Ist das alles“, hätte sie gerne gefragt. Um die Männer zu kastrieren. Das ist unmöglich, sie kämpft gegen Todesangst. Keine Furcht vor der scharfen Klinge, sondern sie bekommt unzureichend Luft. Die Kassiererin in Teilzeit erstickt gerade. Schweres Testosteron erdrückt sämtliche Rippen, von vorne und hinten, unerbittlich. Das Geschlechtsteil verschließt ihre Kehle. Unrasierter Schambereich, an den man sie im Sekundentakt schmettert, erledigt den Rest. Luftwege verstopft, durch Tränen und Kotze, Sperma und Haare. Der Mensch in ihrem Mund verzichtet auf Latex. Meldrit japst nach Sauerstoff. Selbst schuld! Niemand hat sie gezwungen, die Spelunke zu besuchen.

Rüschentanga und Handtücher

Die Räumlichkeiten im Swingerclub „Pikanterie“ sind in gepflegt. Es blitzt Sauberkeit auf den Oberflächen. Hingegen das Publikum! Meldrit schlüpft in das durchsichtige Spitzenhemd und den Rüschentanga und verlässt die Umkleideräume. Straßengewand tragen, das ist an diesem Ort verboten. In einem Kästchen draußen versperrt sie Jeans, Pullover und Handtasche. Dann findet die Halbnackte durch offene Türen den Nassbereich, Duschen, einige Whirpools. Sogar seine Füße kann man dort desinfizieren. Die Besucherin schlendert weiter. An der Wand, die zur Bar führt, hängen Spiegel. Ihre braunen Augen schauen hinein und kreuzen den Blick eines hageren Mannes. Hinter seinem hellen Teint verschwimmen die Silhouetten von weiteren Gästen in Unterwäsche, vermutlich seine Kumpanen. Meldrit erkennt einen blonden Kurzhaarschnitt. „Komm mit uns!“

Die kleine Gestalt im reflektierenden Glas schüttelt den Kopf. Sie muss den Schlüssel ihres Spints abgeben, wie es sich gehört. Außerdem braucht sie frische Handtücher. Damit deckt man die Sitzgelegenheiten und später die Matratzen ab, auf denen die Frivolen ihre spärlich bekleideten Körper platzieren. Daran hält sich jeder in einem Swingerlokal, aus Gründen der Hygiene. Auch hier, im achten Wiener Gemeindebezirk. Es ist üblich, das erste Frotteetuch des Abends von einem Angestellten zu erhalten. Zusammen mit einer Einführung, was der Club anbietet. Frauen sparen beim Eintritt, die Getränke sind gratis für alle, Speisen ebenfalls. Das Buffet zeigt die Qualität eines solchen Etablissements. Die Neue möchte es überprüfen. Der Riese im Spiegel wiegt bedauernd den Kopf. Meldrit bleibt entschlossen. „Ich gehe zuerst etwas trinken, bin gerade gekommen.“ Sie ist den langen Weg von Liesing mit dem Taxi gefahren. Dem Erstbesten nachgeben, nein danke! Sie entscheidet. Der Große soll Geduld haben.

Das Buffet ist angerichtet

Dazu wird die Dunkelhaarige jetzt ebenfalls gezwungen, im Obergeschoss. Es ist der geräumigste Bereich im Spaßbereich der „Pikanterie“, mit vielen Winkeln. Schmale Flure führen zu weiteren Spielwiesen, Säulen locken den Fallus und seine Sinne. Vier Zuschauer versammeln sich um ihre aufgezwungene Darbietung und bearbeiten die Ständer, bereit für den Einsatz. Niemand aus der Gruppe streitet oder drängt den anderen. Jeder der Vergewaltiger weiß, wann er an der Reihe ist. Eine unausgesprochene Liste hält Ordnung. Wie die Männer das einteilen? Haben sie sich abgesprochen? Zwischen dem Haufen Abschaum herrscht Eintracht, wenn es darum geht, Meldrits empfindlichsten Stellen aufzuschürfen. Und beim Essen, da dominiert auch eine einheitliche Meinung. Das Buffet der „Pikanterie“ ist spärlich, bietet gleichwohl einen Leckerbissen an.

„Das ist der köstlichste Kaiserschmarren der Stadt. Den solltest du probieren!“ sagt ein Aufdringlicher in schwarzen Unterhosen, als Meldrit an der Bar sitzt. Er hat seinen Teller vom Speisesaal in die Begegnungszone zu den Spirituosen mitgenommen. Seine Statur fällt nicht auf. Normales Gesicht, rasiert und kaum starke Oberarme. Ohne Widerworte abzuwarten, serviert er das Gericht und stellt es vor den „Cuba Libre“ seiner Beute. „Gib ihr eine Gabel, Süße“, fordert er die Kellnerin hinter dem Tresen auf. Die schaut den weiblichen Gast unfreundlich an. Meldrit blickt genervt zurück. Eine oberflächliche Frau mit gezupften Augenbrauen, rot gefärbten Haaren und enger Kleidung. Meldrit erkennt ihre Geschmacklosigkeit. An der Kasse im Supermarkt zahlen viele von der Gattung bei ihr. Solche Menschen meidet sie. Das aus der Mode gekommene Tattoo unterstreicht die Mittelklasse, mit der die Bedienung das Besteck reicht. Der Aufreißer behält Recht. Die Mehlspeise zergeht auf der Zunge, selbstgemachter Zwetschgenröster betört den Gaumen. Meldrit ist beeindruckt und holt eine Portion. „Ich warte auf dich!“

Im Nebenraum gibt es Fleisch und Beilagen. Die Pfanne mit dem Nationalgericht steht beim Nachtisch. Ein Beleibter mit Ganzkörperbehaarung schleicht heran und mustert ihre Figur. „Sehr lecker! Vor allem der Kaiserschmarren.“ Die Hungrige dreht sich um. Sie hat wenig Lust, mit dem Gorilla zu sprechen. Eine Regel im Swingerclub lautet: „Alles kann, nichts muss.“ Also bestimmt sie jetzt und sagt nein. Doch der betagte Herr bleibt hartnäckig und ködert: „Essen wir gemeinsam? Dann haben wir Kraft für später.“ Die Jüngere ahnt, was das bedeutet. Er möchte ihre Öffnungen durchnehmen. „An der Bar sitzt meine Begleitung.“ Plötzlich ist die Supermarktangestellte froh über den Anmacher, ein Zimmer weiter. Der ist zwar ein Schleimer, sodass es kein Gleitgel bedarf, aber ansehnlich. Meldrit macht eine Bewegung zum Abschied, in die Richtung des Fettbauchs. Sie will ihren Appetit behalten.

Gegen die Leiden schaffen

Irgendwann dreht man die Löcher der Geschändeten auf den Rücken und drei Schwänze wechseln die Position. Meldrit schmeckt ihre eigenen Fekalien und den Kautschuk vom Kondom. Momentan braucht sie nicht vorzugeben, dass es ihr gefällt. Gegenwärtig besitzt sie die Erlaubnis, wie ein nasser Sack herum geschüttelt zu werden. Bilder ihrer ersten Misshandlung leben wieder. Eingekerbte Mechanismen mengen sich zu der Unterdrückung an diesem Ort. Handgriffe stimulieren Erinnerungen. Damals musste sie vorheucheln, sie empfindet Spaß. Das ist ihr einziger Schutz gewesen. Sie hat mitgespielt. Sich angepasst. Und das hat den Gewaltbereiten gelangweilt. Ein Sadist bleibt unbefriedigt, wenn er jemanden verwundet, der das mag. Darum hat er irgendwann aufgehört. Am Folgetag ist der Gynäkologe in Lachen ausgebrochen. Ob ihr Freund abgerutscht sei, hat er gefragt. „Nein, da sind Schmerzmittel wirkungslos. Ich verschreibe Ihnen Birkenrindenextrakt. Baden Sie darin, Frau Dilek. Das entspannt die Schleimhäute.“ Meldrit schweigt seitdem über den Vorfall. Wer den Schaden hat, soll kein Mitleid erwarten.

„Arrogante Fut! Glaubst, du darfst dich so aufführen?“ Das haarige Fleisch passt zum Atem des Übergewichtigen, der nach Knoblauch vom Steak des Buffets stinkt. Er wedelt mit dem Messer und seinen alten Eiern. „Denkst du, wir laufen dir nach?“ Meldrit spuckt und röchelt. Ihr Inneres ist aufgerissen, schutzlos. Die Schamlippen sind frei zugänglich, für die Besucher der „Pikanterie“. Jeder auf der runden Matratze darf mit ihnen machen, was ihm beliebt. Wie sie morgen zur Arbeit fährt, die Kinder von der Schule abholt? Sie ist eine Marionette, die den Männern dient. Überleben und den Schaden gering halten, das verlangt man von ihr! Sie wird in diese Rolle gezwängt. Nicht nur während der Gewalttat, vor zwei Jahren, oder aktuell auf der Spielwiese. Beziehungen im Bett, Angetrunkene vor Kneipen, Vorgesetzte in Filialen, Ärzte mit weißen Kitteln! Sie tut, was die anderen verlangen. Die Hingebungsvolle, das Spielzeug. Die Fotze, der Arsch, die Schluckerin. Wann hört es endlich auf? Meldrit ist doch heute in den Swingerclub gekommen, um das zu ändern. Um sich zu heilen. Sie will doch endlich wieder selbstbestimmt und selbstbewusst wählen, wer sie berühren darf. Und dann passieren ihr diese Schandtäter. Warum hat niemand Erbarmen?

Ein heißes Pfeifen hilft. Meldrit spürt es am Ohr vorbei sausen. Dunkle Tropfen fließen über ihre Lider, Geruch von Eisen schafft es durch die Nase. Blut! Die Geschockte blinzelt das Flüssige weg, ihre Arme ruhen bleiern. Der Schleimer in ihrem Mund kippt nach unten und wimmert. „Scheiße! Ich dachte, das ist eine Schreckschusspistole. Scheiße, wer hat eine geladene Waffe in der Schublade? Scheiße!“ Die Speckröllchen der Bardame wabbeln im Paillettentop. Sie umklammert heulend ein schwarzes Kaliber mit beiden Händen. Der Hühne und der Dicke springen zwischen den Beinen von Meldrit auf. Sie kann ihre Schenkel kaum zusammen klappen, zu sehr hat man sie gespreizt. Das Messer fliegt, aber man bemerkt das nur, weil die Kellnerin einen Schreckenslaut von sich gibt. Das restliche Pack im Raum duckt die Köpfe, alle brüllen. Bleich lugt das andere Frauengesicht aus dem Aufschrei hervor, nur ihre Fingernägel tragen pinke Farbe. „Niemand rührt sich!“ lautet der Befehl, in einem unsicheren Dialekt. Stammt die Gefährliche aus der Steiermark? Ein zweiter Knall ertönt. Meldrit presst die Lippen zusammen, damit roter Saft nicht auf die Zunge gelangt. Sie schließt die Augen. Einfach stumm daliegen, beschließen ihre Synapsen ohne sie. „Du nicht. Komm her!“

Was eine Frau tun muss

Meldrit erfüllt die Aufforderung. Sie klammert sich an einer der hässlichen Säulen fest. Ob sie lieber dahinter versteckt bleibt? Was fällt der Swinger-Angestellten als nächstes ein? Warum entreißt kein Wichser ihr die Waffe? Wie feige alle auf einmal sind sind. Nackt kriechen die Männer in Ecken. Die Bedienung flucht unter Tränen. Meldrit ist nun sicher, dass die Durchgeknallte eine Steirerin ist. Das aufgelöste Bündel feuert erneut. Es herrscht allgemeines Entsetzen. Zu viele ungeschützte Weichteile, keiner spielt den Helden. Meldrit hangelt sich zur Schützin. Von Säule zu Säule. Die Beine geben mehrmals nach. „Bringst du uns um?“ hört sie sich selbst sagen. Die junge Frau denkt an ihre Zwillinge, die bei der Großmutter schlafen. Meldrit ist nicht mutig. Jeder Zentimeter in ihr ist durchgefickt. Automatisch zusammengesetzte Worte dringen hervor, wie bei einer sprechende Gummipuppe. Die Bardame jammert: „Ich weiß es nicht. Was soll ich machen? Ich weiß es nicht!“

Meldrit erreicht die Rothaarige und streckt die Hand aus. Verstört fixieren sich die beiden. Verstehen einander. Widerstandslos fühlt Meldrit warmes und kaltes Metall auf der Haut. Das Schießeisen ist schwer, es überrascht. Meldrit hat panische Angst vor Waffen. Normalerweise könnte sie niemals eine in der Hand halten. Gäbe es einen Überfall im Supermarkt, die Kassiererin würde entweder betteln oder sofort in Ohnmacht fallen. Doch jetzt atmet sie bewusst und versucht, ihre Fassung zurück in den Körper zu schnaufen. Batterien des Schocks in ihrem Hintern, in ihren Bewegungen, sie verlieren an Kraft. Die Energie des Grauens schwindet mit jedem Atemzug. Das ist nicht ihr Abgrund, die “Pikanterie” wird nicht ihr Ende darstellen. Die zerstocherte Vagina soll nicht das letzte Gefühl sein, das sie spürt. Schreie und Stöhnen, zusammen mit den Schüssen dieser unberechenbaren Kellnerin. Davon soll sie sich ihr Leben zerstören lassen? Wie viel Munition hat ein Magazin? Wann ladet man die Pistole nach? Bekommt sie davon Schmauchspuren an den Fingern, wie in Krimiserien? Die Wut in ihr findet es heraus. Jetzt wehrt sie sich. Sie ist fertig, mit dem ganzen Theater. Der letzte Rest Kaiserschmarren rumort im Magen. Meldrit macht, was eine Frau tun muss.

Als Polizisten die „Pikanterie“ betreten, finden sie zwei Überlebende, neben den Toten. Ein Mann hält sich den Bauch, braune Flüssigkeit stockt am dicken Wampen. Meldrit ist beim Abdrücken weggedriftet. Den anderen hat sie aber getroffen, in seine Hoden. Die Rettung kommt und bald befinden sich nur noch Ermittler in den Räumlichkeiten. Von der Kassiererin und der Kellnerin fehlt jede Spur. Sie haben den gesamten Rum aus den Lagerbeständen des Swingerlokals gestohlen. Wahrscheinlich nimmt man sie bald fest. Meldrits Körpersäfte beflecken die feuchte Matratze. Die Bardame ist als geringfügig Beschäftigte dokumentiert. Das ist genügend Beweismaterial. Dennoch notieren die Mitarbeiter des Landeskriminalamtes fleißig alle Indizien. „Matthias, was machst du da?“ Einer der Beamten steht beim Buffet und scharrt schuldbewusst mit den Schuhen. Auf dem Boden liegt der Kaiserschmarren verstreut. “Entschuldigung, die Pfanne war noch heiß.”

Hintergrundinformation: https://www.youtube.com/watch?v=TdlR1YAFTkk

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