Mein Kind goes Smartphone: Das Handymonster

Mein Kind goes Smartphone: Das Handymonster

Noch bleibt das Handymonster daheim: Meine Tochter will unterwegs immer mit dem Smartphone spielen und braucht das ganze Guthaben ihrer Prepaid-Karte auf. Seitdem muss das Handy in der Wohnung auf uns warten. Dort gibt es gratis Internet für die Kleine. Welche Monsterseiten das Kindersmartphone außerdem mit sich bringt? Ich fange an…

Mobile Mediennutzung

Obwohl wir eingeschränkte Bildschirmzeiten haben, kann das Starren auf das Smartphoe längerfristig nicht gut für die Augen und den Rücken sein! Die Rabaukentochter verrenkt sich den Körper, auf der Leiter ihres Hochbettes, am Boden, am Schreibtisch. Der Screen ist klein, ihre Nase dicht davor. Wie ungesund! Ich sollte ihr das Tablet als Alternative aufladen. Ich bin aber ein Tablet-Muffel!

Werbung als Medienbildung

Die ersten zwei Monate am Kindersmartphone überstehen wir, mit zusammengestellten Youtube-Kinderkanälen. Doch nach ein paar Wochen möchte die Rabaukentochter andere Videos, weil sie alles durchgeschaut hat. Es ist anstrengend, dem Mädchen ständig Inhalte vorzuschlagen! Die Titel führen in die Irre, wir finden keine vollständigen Episoden. Die unnötigen Links rauben uns viel Zeit. Daher erlaube ich der Rabaukentochter, selbstständig Videos zu suchen. Tja, jetzt liebt sie “Spielzeugratgeber”. Das sind Clips, in denen Kinder ihre neu gekaufte Spielwaren präsentieren. Das Auspacken aus dem Karton wird zur Zeremonie aufgebauscht, die wie eine Formel abläuft. Und die Liste mit den Horrorvideos setzt sich fort.

Neuerdings favorisiert die Kleine folgenden Blog: Die sechsjährige Tochter hegt und pflegt ihre Spielzeugpuppe, während ihre Mutter jede Bewegung ohne Pause kommentiert. Ich animiere meinen Sprössling, sie könne ebenfalls ihre hunderttausend Puppensachen rausholen und damit spielen. Ihre Antwort: „Ich habe keine Badewanne und kein Puppenhandtuch. Und ich brauche den gleichen Schaum und genau den einen Wickeltisch!“ Mehrmals pro Woche tappt die Volksschülerin mit einem fixen Schleichwerbung-Begehr zu mir. Vorzugsweise, wenn ich woanders mit dem Kopf bin: “Ich wünsche mir zum Geburtstag den Vogel, der aus dem Ei schlüpft! Denk daran! Und die essbaren Seifenblasen!” Link-Tipp: Handymonster häkeln – DIY Smartphone-Hülle

Kinderhandy in Kinderhänden

Spreche ich das Thema InfluencerInnen an, wie bei der Puppenmutter, wimmelt mich die Neunmalkluge ab: „Mama, du nervst, das weiß ich alles!“ Angesichts einer solchen Aussage, rutsche ich automatisch in die Rolle einer Predigerin. Vorbei ist es, mit der Medienerziehung auf Augenhöhe. “Kind, du begreifst nicht, was in den Videos passiert. Du schaust dir Werbung in einer Dauerschleife an!” Die Türe kracht darauf hin zu, emotional und in der Wohnung. “Mama, das Mädchen sagt uns, dass sie und ihre Mutter die Spielsachen kriegen, weil sie darüber ein Video drehen. Die beiden tun nichts Schlimmes. Sie schwindeln uns nicht an. Du verstehst nix.” 

Das Handymonster besiegen

Aus der Perspektive meiner Tochter habe ich keinen Zugang für ihre Videowelt. Das stimmt teilweise. Ich frage mich, warum ihr die plumpen Produktpräsentationen solchen Spaß bereiten. Muss ich mir jetzt Zugang zu einem bestimmten Streaming-Anbieter besorgen, damit sie ausgewählte Serien und Filme findet? Mein Nachwuchs hat ein Recht auf Unterhaltung. Oder konsumieren wir Erwachsenen den lieben langen Tag nur Nachrichten und Arte-Dokumentationen? Nein! Aber muss es gleich ein Advertorial-Loop sein, der die Kids begeistert? Vielleicht verstehe ich meine Tochter tatsächlich nicht, vielleicht bin ich zu alt. Darum passe ich gut auf das Handymonster und seine Zähne auf. Und nehme mir vor, dass wir vorsichtig miteinander umgehen müssen…

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