“The Simpsons”: Eine gelbe Brücke zwischen Generationen und Geschlechtern?

“The Simpsons”: Eine gelbe Brücke zwischen Generationen und Geschlechtern?

Seit Dezember 1989 färben “The Simpsons” die Bildschirme der ganzen Welt gelb. Es gibt neben dem Erfinder Matt Groening mittlerweile über 115 verschiedenen Co-AutorInnen und 31 Staffeln. Keine andere Zeichentrickserie ist so erfolgreich. Aber als Mutter frage ich mich: “Wie geeignet ist die Sitcom für Kinder?”

Alle kennen “The Simpsons”

Meine Tochter, stolze sieben Jahre, war bestens über Homer und Co informiert. Beim Suchdurchlauf zum Kindersender prahlte sie: „Ich kenne „The Simpsons“, Mama! Darf ich das anschauen?“ Meine Zapp-Bewegung gefror. Ich beäugte einen rauchenden Affen, der neben einem betrunkenen und fluchenden Clown stand. Dem Bauchgefühl wurde nachgegeben: „Nein, Schatz! Ich finde, das ist nichts für dich.“ Aber ich kam mir schäbig vor. Wie konnte ich meiner Tochter verbieten, was ich selbst in ihrem Alter gemacht habe? 

Keine Inhalte für die Kleinsten

Ich holte mir Bestätigung aus dem Internet: “Für Kinder unter 12 Jahren gibt es zig Aspekte an der Serie, die nicht gut verarbeitet werden.” Und ich entdeckte beim Scrollen radikalere Aussagen. „Oft enthalten die Folgen Anlehnungen an Buch- oder Film-Klassiker, sexuelle Anspielungen und Witze. Das verstehen jüngere Kinder nicht.” In einem anderen Beitrag las ich, dass in der Schweiz die Serie „The Simpsons“ seit 2009 mit einer Jugendschutzwarnung gezeigt wird. Die Kommentare, die Eltern darunter posteten, spiegelten eine einheitliche Meinung: Übertrieben!

Mit Wiederholungen aufwachsen

Auch die anerkannte Plattform “Flimmo” stellte klar, dass die allgemeine Einstellung der Kultserie gegenüber cooler sein könnte: „Jüngere Kinder (3-6 Jahre) finden die Serie noch nicht interessant. Für ältere Kinder (7-10 Jahre) gewinnt sie an Reiz, die Ältesten (11-13 Jahre) sind begeistert. Die bissigen Seitenhiebe auf die Gesellschaft dürften den Jüngeren verborgen bleiben.“ Ich erinnerte mich. Nicht nur den kleinen Kindern. Auch ich hatte manche Witze der Sitcom erst später begriffen. “The Simpsons” lief auf mehreren Kanälen, ältere Staffeln, gemischt mit den neusten Episoden. Auf diese Weise sah ich eine Folge mehrmals im Laufe meines “The Simpsons”-Lebens. Und entdeckt Bemerkungen oder Witze, die übersehen wurden. Durfte ich meiner Tochte diesen Lernprozess vorenthalten?

Ein gelbes Format für die ganze Familie

“Der Onkel Dominik kennt “The Simpsons” auch“, platzierte mein Nachwuchs ein weiteres Argument. Ein geschlechter- und generationsübergreifendes. Wenn “The Simpsons” im TV lief, stritten wir Geschwister uns nie um die Fernbedienung. Hier gab es keine Differenzen zwischen “Star-Wars” und “Eiskönigin”, romantischer Komödie oder Action. Wir alle haben “The Simpsons” geschaut. Und jetzt eben auch meine Tochter.

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