FOTOS VERWALTEN: Oma weiß, wie es geht!

FOTOS VERWALTEN: Oma weiß, wie es geht!

Wie viele Fotos knipst du in der Woche, mit deinem Smartphone? In meiner digitalen Galerie tummeln sich hunderte Bilder. Und ich frage mich, wo meine Fotos sicher verwahrt bleiben. Ausdrucken, archivieren, uploaden? Ein Besuch bei meiner Großmutter deckt auf: Oma weiß es am besten!

Teenager verlieren Fotos häufiger als SeniorInnen

Laut einer Hartlauer-Studie archivieren ältere ÖsterreicherInnen ihre Aufnahmen besser als jüngere. In diesem Trend zeigt sich auch meine Großmutter. Als ich sie besuche, merkt die rüstige Dame gewissenhaft an, ich soll meine Familienmomente ausdrucken und in ein Album geben. “Dort bleiben die Bilder lange erhalten!” Ich runzele die Stirn. Fotos ausrucken? Das ist in Zeiten von “JPG” und “PNG” obsolet geworden, oder?

Sterben gedruckte Fotos aus?

„Nein, wir halten die Erinnerungen in den Händen und erfreuen uns lange daran. Nicht bloß beim Durchklicken!“ Omas Meinung wird von HirnforscherInnen unterstrichen, wie dem Psychologen Hans-Georg Häusel: “Druckerzeugnisse nehmen wir viel entspannter und nachhaltiger auf, als ein digitales Bild. Gedrucktes hat eine bestimmte Haptik und bleibt willkommene Abwechslung zur digitalen Variante!” Das besondere Gefühl, ein Foto anzufassen– zeitlose Daseinsberechtigung? “Im deutschsprachigen Raum erzeugten Online-Druckereien Umsätze von über 2,5 Mio Euro jährlich”, lese ich später nach. Das klingt zwar zufriedenstellend für mich, ist aber keine optimale Lösung für die Bäume in unseren Wäldern. “Es ist unmöglich, alle seine Fotos auszudrucken, Oma!”

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Wie Fotos richtig archivieren?

“Ich habe in den letzten Jahren öfter eine Ladung Fotos auf CD-Rom oder die externe Festplatte kopiert. Ich gehe davon aus, dass die Bilder dort geschützt sind. Wie in einem Einmachglas”, erkläre ich meiner älteren Gesprächspartnerin. Oma vertritt eine andere Überzeugung: „CDs werden kaputt. Oder es gibt die Dinger nicht mehr!“ In diesem Punkt stimme ich ihr teilweise zu. Optische Speichermedien halten ungefähr 5-10 Jahre, eine Festplatte im laufenden Betrieb 2-10 Jahre. USB Sticks bestehen 10-30 Jahre. Und eine Festplatte als Archivmedium könnte bis zu 30 Jahre überleben. Wenn es nicht die zweite, von meiner Großmutter angesprochene Problematik, geben würde.

Speicherformate ändern sich

Die Minidisc ist ausgerottet, CDs sind ausgestorben. Speichermedien und Dateitypen enwickeln sich weiter. Man muss seine Daten regelmäßig in aktuelle Dateiformate konvertieren, sonst sind sie verloren. Auf der externen Festplatte wären meine Fotos theoretisch 30 Jahre lang gespeichert. Aber ob das Format kompatibel mit künftiger Software ist?

“Es spricht nichts dagegen, seine Fotos in die Cloud hochzuladen. Auf die Weise sind unsere Bilder zusätzlich durch den Anbieter gesichert”, überlege ich. Meine Oma winkt ab. Wie viele ÖsterreicherInnen verhält sie sich der Cloud gegenüber nicht sehr offen. Sie verwaltet lieber ihre Windows-Ordner: Penibel beschriftet sie die Pfade, eine Angewohnheit, die sie als pensionierte Sektretärin behalten will. „Mach das auch! Du hast garantiert einen Saustall in deinem Foto-Ordner.“

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Foto-Management-Software

„Ja!“ bekräftige ich. Denn auf meiner Festplatte gären Gigabytes, in einem einzigen Ordner „Handy-Fotos“. Ich nehme mir vor, wenigstens eine Art Grundstruktur zu schaffen. Mittlerweile gibt es genügend Software und Online-Tools. „Soll ich dir ein Fotomanagement-Programm installieren?“ biete ich an, während meine Gedanken bei Google sind. Meine Großmutter wehrt erneut ab. „Nein. Das Einzige, was ich für meine Bilder brauche, ist ein hübscher Rahmen aus Glas.“ Oma liegt mit ihrer Aussage auch dieses Mal richtig. ForscherInnen haben herausgefunden, dass Dateien auf Glas-CDs unendlich lange konserviert werden können. Solche Glas-CDs findet man bereits im Handel. Das sind „Bilderrahmen“ für die Ewigkeit. Bam! Oma weiß es am besten!

Quellenangaben: 

Digitalparents Medienkompetenz Medienerziehung Medienbildung Wien Mamablog